Nachbarschaftsaktion 2.0

Während des ersten Lockdown im März 2020 haben wir als Don Bosco Sozialwerk unser Nachbarschaftsprojekt für Menschen der Risikogruppe gestartet. Uns war bewusst, dass es viele Menschen in unserer Nähe gab, die Hilfe bei der Erledigung des Alltags brauchten. Ältere Menschen und Personen der Risikogruppe wurden quasi zur Quarantäne verpflichtet um sich zu schützen und konnten die Erledigungen des täglichen Lebens nicht mehr selbständig machen.

 

Unsere Flüchtlinge werden zu Helfern

 

Durch diese äußeren Umstände waren viele Menschen in unserer unmittelbaren Nachbarschaft auf Hilfe angewiesen. Das schuf die einzigartige Möglichkeit, dass plötzlich die in unserer Einrichtung untergebrachten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge zu Helfenden werden konnten. Für die jungen Flüchtlinge ist dies eine gute Gelegenheit ein wenig von der erlebten Hilfsbereitschaft zurückzugeben und eine wertvolle Möglichkeit neue Kontakt zu knüpfen. „Beim 1.Lockdown hat mein Zimmerkollege mitgemacht, da hatte ich noch keine Lust. Aber ich habe gesehen, wieviel Spaß es ihm gemach hat. Dann wollte ich auch helfen,“ sagt Waleed – ein junger somalischer Flüchtling des Don Bosco Sozialwerk.

 

Wir leben in einer Zeit der Anonymität, vor allem in einer Großstadt wie Wien. Umso wichtiger ist es uns als Don Bosco Sozialwerk, dass wir mit unseren Nachbarn im Gespräch bleiben und füreinander Verantwortung übernehmen. So entsteht emotionale Verbundenheit und ein füreinander Sorgen. Dieses Wahrnehmen der Bedürfnisse von Menschen in unserer Nachbarschaft und der Erfolg der Aktion im Frühling hat dazu geführt, dass unser Nachbarschaftsprojekt zu einer dauernden Unterstützungsplattform geworden ist. So haben wir das Projekt auch während des 2. Lockdowns wieder aktiviert.

 

Aufeinander zugehen

 

Neben der konkreten Hilfe für Menschen der Risikogruppe während der Zeit des Lockdown hoffen wir mit diesem Projekt ein Beispiel zu geben. Es braucht nur einen kleinen Schritt, um aufeinander zuzugehen und gelebtes Miteinander Wirklichkeit werden zu lassen,“ sagt Regina Schmid Koordinatorin des Projektes und Michael Zikeli Geschäftsführer des Don Bosco Sozialwerks ergänzt: „Veränderung hin zum Positiven braucht keine große Organisation!“

 

In diesem Sinne freuen wir uns, einen offensichtlich wichtigen Beitrag in unserer Nachbarschaft leisten zu können.